Warum ist Hautpflege bei Diabetes so wichtig?
Ursachen für trockene Haut und Pflegehinweise
Trockene, schuppige Haut? Juckreiz? Hornhaut?
Extrem trockene Haut, Juckreiz, Hautinfektionen, Hornhaut, Druckstellen und Schrunden an den Füßen sind typische Erscheinungen, die bei Diabetikern vermehrt auftreten. Viele Betroffene wissen nicht, dass diese mit ihrer Erkrankung zusammenhängen.
Aufgrund von Nervenschäden durch hohen Blutzucker ist die Aktivität der Schweiß- und Talgdrüsen reduziert. Trockene, schuppige Haut ist die Folge. Vor allem ältere Diabetiker sind betroffen, da ihre Haut von Natur aus bereits trockener ist als bei jungen Menschen.
Gehäuft zeigt sich diese Problematik an Beinen und Füßen, häufig mit lästigem Juckreiz. Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze haben bei einer solch vorgeschädigten Haut leichtes Spiel. Begünstigt wird dies auch durch den hohen Zuckergehalt im Gewebe und durch Durchblutungsstörungen, die eine gute Versorgung der Haut verhindern.
Speziell auf die Pflege von trockener Haut abgestimmte Pflegeprodukte helfen, die natürliche Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen und sie mit Feuchtigkeit zu versorgen. Sie wird wieder glatt und geschmeidig und juckt nicht mehr. Infektionen haben keine Chance.
Tipps und Wissenswertes
DUSCHEN STATT BADEN
Warmes Badewasser mit seifenhaltigen Badezusätzen laugt die Haut aus und weicht die Hornschicht auf. Sie verliert dabei Feuchtigkeit und Lipide. Beim Duschen ist die Haut nur kurz in Kontakt mit Wasser und Tensiden. Ein mildes Duschgel oder besser eine Duschcreme, idealerweise mit rückfettenden Lipidzusätzen und hautschonenden Tensiden, eignet sich besonders gut.
ABTROCKNEN
Sorgfältiges Abtrocknen, auch in den Hautfalten, lässt Hautpilzen keinen Nährboden zum Wachsen. Bei schlecht zugänglichen Stellen wie den Zehenzwischenräumen kann ein Haarföhn (Kaltluft) verwendet werden.
PFLEGE
Nach der Reinigung, zumindest einmal täglich benötigt trockene Haut eine intensive Pflege. Dabei reicht eine reine Fettcreme nicht aus: im Gegenteil! Ein Fettfilm würde nur die natürliche Zirkulation behindern und damit einen Wärmestau und eine Quellung der oberen Hautschichten verursachen. Ideal sind Pflegeprodukte mit einem ausgewogenen Verhältnis an hautähnlichen Lipiden, die die Haut glätten und gut einziehen, und an feuchtigkeitsspeichernden Substanzen, wie Harnstoff (Urea), Milchsäure und Glycerin. Diese werden vom Körper über Talg und Schweiß abgegeben und sind im Natürlichen Feuchthalte-Faktor (NMF) der Haut enthalten. Sie ermöglichen der Haut, Feuchtigkeit zu speichern. Bei trockener Haut, vor allem bei Diabetes, liegt ein Mangel an NMF-Substanzen vor.
Harnstoff reduziert darüber hinaus den Juckreiz.
HORNHAUT
Übermäßige Hornhaut entsteht an Stellen, die besonders stark beansprucht werden. An den Füßen gilt der erste Blick dem Schuhwerk und den Strümpfen: Gibt es scheuernde Nähte, Steinchen, oder ist der Schuh zu klein und eng? Denn bald kann sich der Schutzmechanismus ins Gegenteil verkehren: Aus einer dicken Hornhautschicht entstehen Hühneraugen oder Schrunden, Risse und Verletzungen, die bei Diabetikern problematische Geschwüre hervorrufen können.
Pflegeprodukte mit Harnstoff und Papaya-Extrakt halten die Hornhaut geschmeidig und reduzieren sie langsam. Darüber hinaus helfen bei hartnäckiger Hornhaut das Abrubbeln mit einem Bimsstein nach einem lauwarmen Fußbad und eine professionelle medizinische Fußpflege.




